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Sacharja, im Neuen Testament Zacharias, Luk. 1, 5ff; Luk. 11, 51; Matth. 23, 35, ein häufiger Name, siehe 2Kön. 18, 2; Jes. 8, 2; Esr. 8, 3. Esr. 8, 11. Esr. 8, 16; Neh. 8, 4; Neh. 11, 4. Neh. 11, 5. Neh. 11, 12, und viele Stellen in den Geschlechtsregistern der Chronik.
1) Sacharja. Der König, Sohn und Nachfolger Jerobeams II. von Israel, 2Kön. 14, 29; 2Kön. 15, 8–12, der nach sechsmonatiger Regierung durch Sallum fiel. Mit ihm, dem fünften König aus Jehus Haus, endete die Herrschaft dieser Königsfamilie.
— 2) Sacharja. Sohn des Hohepriesters Jojada, der unter Joas als Prophet den Märtyrertod starb, 2Chr. 24, 20–22, und ohne Zweifel von Jesus Matth. 23, 35; Luk. 11, 51 gemeint ist. Dass er bei Matthäus ein Sohn Berechjas heißt, scheint auf einem Versehen zu beruhen. Er erscheint als der letzte Märtyrer, weil sein Tod in der Chronik, dem letzten Buch der hebräischen Bibel, berichtet wird; Jesus meint alle, von denen das Alte Testament von Anfang bis Ende berichtet.
— 3) Sacharja. Ein Mann von heilsamem Einfluss auf den König Usia, 2Chr. 26, 5. Nach der Lutherischen Übersetzung „Lehrer in den Gesichten Gottes“ wäre er ein Prophet. Vielleicht bedeuten aber die etwas schwierigen Worte „Lehrer in der Furcht Gottes“.
— 4) Sacharja. Der durch sein Buch bekannte Prophet, Sohn Berechjas, Enkel Iddos aus priesterlichem Stamm, Sach. 1, 1; dem letzteren folgte er als Oberster eines Priestergeschlechtes, Neh. 12, 12. Neh. 12, 16; darum vielleicht heißt er Esr. 5, 1 und Esr. 6, 14 ein Sohn Iddos (vergleiche wie Jehu — siehe diesen Artikel — Sohn des Nimsi, seines Großvaters, heißt). Er war nach Sach. 2, 8 (wo „dieser Knabe“ wahrscheinlich der Prophet ist) ein junger Mann, als er im 2. Jahr des Darius Hystaspis von Persien, im 8. Monat (Sach. 1, 1), also 2 Monate nach der Berufung Haggais (Hag. 1, 1) erstmals das Wort des Herrn an sein Volk empfing. Mit dem letzteren wirkte er für tatkräftige Fortsetzung des Tempelbaues, Sach. 1, 16; Sach. 4, 9f; Sach. 8, 9; Esr. 5, 1f; Esr. 6, 14 (vergleiche Artikel Haggai).
Eingeleitet durch eine Erinnerung an frühere Zeugnisse Gottes und ihre Erfüllung, Sach. 1, 1–6, zerfällt das Buch des Sacharja in 4 Teile mit besonderen Überschriften:
1) Sach. 1, 7–6, 15 die Nachtgesichte des Propheten, sämtlich in einer Nacht (Sach. 1, 8) geschaut, aber nicht Traumgesichte, denn nach Sach. 4, 1f wird der Prophet nicht aus dem Schlaf, sondern wie vom Schlaf aufgeweckt, und sieht hernach bei klarem Bewusstsein das Gesicht. Die Gesichte geben Aufschluss über die bevorstehende Entwicklung des Reiches Gottes und die Geschicke der Weltreiche, soweit dieselben auf die Geschicke des Volkes Gottes Einfluss haben und dem göttlichen Reichszweck dienen. Das erste von dem Reiter unter den Myrten, Sach. 1, 7–17, wird verständlich von dem Gedanken aus, dass die künftige Verherrlichung des Volkes Gottes gewaltige Erschütterungen der Völkerwelt durch Gottes Gerichte voraussetzt (vergleiche zum Beispiel Hag. 2, 20ff). Deswegen sagt die durch die himmlischen Reiter gebrachte Kunde, dass noch alles ruhig sei in der Welt, soviel als, es sind noch keine Anzeichen da für Erfüllung der Verheißung. Aber Gottes Wort bezeugt gleichwohl Vers Sach. 1, 13ff, dass für Gott die Zeit da ist, sich Jerusalems zu erbarmen. Dass trotz der gegenwärtigen Ruhe in der Völkerwelt die gottfeindlichen Weltmächte zertrümmert werden sollen, zeigt das zweite Gesicht von den 4 Hörnern und den 4 Schmieden, Sach. 2, 1–4, während das dritte von dem Mann mit der Messchnur und die sich daran schließende Rede, 2, 5–17, die Herrlichkeit des zukünftigen Jerusalems, in dem Gott wohnt und sich herrlich erweist, verkündigt.
Die Sünde, welche auch dem Priestertum anhaftet und dem Satan Anlass gibt, die Gültigkeit der Vertretung des Volkes vor Gott zu bestreiten, wird durch Gottes Gnade getilgt und die durch Gottes Gnade geheiligten, somit zum Dienst der Versöhnung fähig gemachten Priester werden zu „Wahrzeichen“, Vorbildern, auf den Zemach oder Messias, durch den der Herr die Sünde des Landes wegnehmen wird auf einen Tag. Dies ist der Inhalt des vierten Gesichtes von dem Hohepriester Josua, dem Gott statt seiner unreinen Kleider reine anlegen lässt, Kap. Sach. 3.
Zeichen und Unterpfand der fortbestehenden Gemeinschaft Gottes mit dem Volk war der Tempel, dessen Neubau damals erst angefangen war. Darum verkündigt in Kap. Sach. 4 das fünfte Gesicht von dem goldenen Leuchter, der aufs reichlichste mit Öl versorgt wird, dass Gott der Gemeinde das Licht seiner Gnade reichlich leuchten lassen werde zur Vollendung des Tempelbaues durch Serubabel in Kraft des Geistes Gottes, welcher Geist in Priestertum und fürstlicher Gewalt (damals vertreten durch Josua und Serubabel) – so sind wohl die beiden „Ölkinder“ eigentlich „Söhne des Öls“ im Sinne von Träger und Spender desselben zu deuten – wirksam ist. Gewöhnlich (auch in dem Artikel Leuchter) wird der goldene Leuchter als Sinnbild der von Gott erleuchteten und begnadigten Gemeinde genommen. Derselbe kann aber auch nur als Träger des Lichtes in Betracht kommen, so dass sein Vorhandensein in der Gemeinde einfach die Tatsache, dass Gott in ihr das Licht seines Geistes leuchten lässt, abbildete.
Das sechste und siebente Gesicht in Kap. Sach. 5 von dem fliegenden Brief und dem Weib im Epha gehören zusammen und werden von manchen als ein Gesicht betrachtet; sie verkündigen die Austilgung der Frevler und die Wegschaffung der Gottlosigkeit aus der Gemeinde. Das achte Gesicht, Sach. 6, 1–8, zeigt das Eintreten dessen, wovon nach dem ersten Gesicht zur Zeit noch keine Spur zu entdecken war, das Kommen des göttlichen Gerichtes über die Weltmächte, vornehmlich über das nach Norden liegende damals herrschende Reich. In V. Sach. 6, 8 ist unter dem Geist Gottes der Geist des Gerichtes gemeint, der sich auf das Land niedersenkt.
Der erste Teil des Buches Sacharja schließt mit einer sinnbildlichen Handlung und ihrer Deutung, Sach. 6, 9–15; der Hohepriester Josua soll von dem Propheten mit einer Krone gekrönt werden, damit er ein Vorbild sei auf den Zemach, in dem Priestertum und Königtum vereinigt einträchtig das Heil des Volkes schaffen werden. – 2) Der zweite Teil, Kap. Sach. 7. Sach. 8 enthält eine Rede aus dem 4. Jahr des Darius. Eine Anfrage der Bewohner Bethels, ob man die während der babylonischen Gefangenschaft aufgekommenen Fasttage, die Gedächtnistage der entscheidendsten Ereignisse in der Geschichte des Untergangs des Volkes, auch jetzt noch halten solle, wird dahin beantwortet: ob das Volk fastet oder nicht fastet, ist für Gott gleichgültig, ihm liegt am Gehorsam gegen sein Wort, Sach. 7, 4–7; der Ungehorsam gegen Gottes Wort hatte die Zerstörung der Stadt herbeigeführt, V. Sach. 7, 8–14; jetzt aber will Gott wieder über Jerusalem eifern und es in neuer Herrlichkeit herstellen, Sach. 8, 1–8; darum soll man freudig fortfahren mit dem Tempelbau, der die Verheißung des Gelingens hat, da Gott seinem Volk wieder wohltun will; nur soll dieses richtig wandeln, V. Sach. 8, 9–17; dann wird Gott die Fasttage in Tage der Freude verwandeln, V. Sach. 8, 18f, und durch den Segen, den Israel genießt, werden auch die Heiden gelockt werden, seinen Gott zu suchen, V. Sach. 8, 21–23. – 3) Der dritte Teil umfasst Kap. Sach. 9–11. Während die umwohnenden heidnischen Völker Hadrach (vergleiche über den rätselhaften Namen den Artikel), Damaskus, Hamath, Tyrus, Sidon und die Städte der Philister von Gott tief gedemütigt werden, Sach. 9, 1–8, darf die Tochter Zion ihrem König (dem Messias) entgegenjauchzen, der, demütig auf einem Esel reitend, als Friedefürst seinen Einzug in Zion hält und von da seine Friedensherrschaft auch über die Heiden ausdehnt.
Die gefangenen Israeliten werden wiedergebracht und nun überwindet das vereinigte Juda und Israel, selbst unüberwindlich durch Gottes Beistand, die heidnische Weltmacht, als welche hier Griechenland auftritt, und wird selber mit reichem Segen geschmückt, Sach. 9, 9–17. Solchen Segen kann man nur von Gott erlangen, nicht durch Götzendienst und Wahrsagerei. Gottes Zorngericht wird die falschen Leiter des Volkes treffen; das Volk selbst aber, das von Gott verstoßen und zerstreut war, wird aus den Ländern der Zerstreuung, Ägypten und Assyrien, wiedergebracht werden, Kap. Sach. 10.
Das Sach. 11. Kapitel enthält V. Sach. 11, 1–3 die Ankündigung der Verwüstung des heiligen Landes. Das folgende Stück, V. Sach. 11, 4–17, soll nicht den Grund dieser Verwüstung angeben. Es enthält eine sinnbildliche Handlung, bei der der Prophet das Verfahren Gottes mit seinem Volk darstellt. Der Sinn ist: Gott (durch den Propheten dargestellt) übernimmt die Weidung seines misshandelten Volkes (der Schlachtschafe) und will es weiden mit dem Stab „Huld“ und „Eintracht“; seine Huld soll sein Volk erfahren, dadurch dass er die feindlichen Nachbarvölker von ihm fernhält (vergleiche V. Sach. 11, 10); die Eintracht weist auf die Bruderschaft zwischen Juda und Israel (V. Sach. 11, 14), die gepflegt werden soll; drei schlechte Hirten werden von Gott in einem Monat vertilgt, aber das Volk verkennt, was er an ihm tut, und lohnt ihn ab mit einem elenden Lohn von 30 Silberlingen, worauf Gott das Volk grausamen und gewalttätigen Hirten preisgibt, die hernach selbst dem Gericht verfallen.
— 4) Der vierte Teil schildert, Sach. 12, 1–13, 6, zuerst die vergeblichen Anstrengungen der wider Jerusalem sich sammelnden Völker; Gott macht sie an dieser Stadt zu Schanden; sie werden gegenüber den mit Gotteskraft ausgerüsteten Bürgern Jerusalems zunichte, Sach. 12, 1–9; dem Hause Davids und den Bürgern Jerusalems erweist Gott reiche Gnade, die Gnade der Buße darüber, dass sie einen zerstochen haben, der eins ist mit Jahwe, V. Sach. 12, 10–14, und die Gnade der Reinigung von der Sünde, Sach. 13, 1, und der Befreiung von allem abgöttischen Wesen und falschen Prophetentum, V. Sach. 13, 2–6. Die zweite Hälfte, Sach. 13, 7–14, 21, greift zuerst zurück auf die Sach. 12, 10 nur kurz angedeutete Tötung dessen, der Gott der Nächste ist; infolge derselben zerstreut sich die Herde, über das Land aber ergeht ein Gericht, das zwei Drittel der Leute wegrafft, während der Rest dadurch geläutert wird, Sach. 13, 7–9.
Kapitel Sach. 14 schildert wieder das Gericht über die gegen Jerusalem versammelten Heiden, welche die Stadt misshandeln, bis der Herr seinem Volk zu Hilfe erscheint, ihm eine Zuflucht eröffnet, Jerusalem zu einer Stätte und einem Ausgangspunkt des Segens macht und sein Königtum über alle Lande aufrichtet, V. Sach. 14, 1–11; furchtbare Plagen treffen die Völker, die sich wider Jerusalem erhoben hatten, V. Sach. 14, 12–15, aber die übrigen unter den Heiden werden Jahwe huldigen zu Jerusalem, wo nun aber der Unterschied von Heiligem und Unheiligem aufgehoben ist, weil alles heilig ist, V. Sach. 14, 16–21.
— Die beiden letzten Teile des Buches, deren Überschrift Sach. 9, 1 und Sach. 12, 1 weder den Namen des Propheten Sacharja noch die Zeit seiner Weissagung enthält, werden von vielen Forschern dem Sacharja, von dem die beiden ersten Teile stammen, abgesprochen und in eine viel frühere oder auch in eine sehr späte, die griechische Zeit verlegt.
Eine Verbindung dieser Stücke mit dem Buch unseres Propheten wäre umso leichter denkbar, als bei der Häufigkeit des Namens Sacharja, den mehrere Männer von prophetischer Begabung getragen haben, auch diese Stücke von einem Propheten namens Sacharja herrühren könnten. Allein ähnliche Schwierigkeiten, wie sie die geschichtlichen Beziehungen der Erklärung unter der Voraussetzung der Echtheit dieser Abschnitte bieten, erheben sich, wenn man dieselben vor der babylonischen Gefangenschaft entstanden sein lässt. Der Abschnitt Sach. 9–11 stimmt allerdings rücksichtlich seines geschichtlich-geographischen Gesichtskreises mit Hosea, beziehungsweise mit Joel und Amos überein, was die Annahme des Ursprungs von einem Zeitgenossen Hoseas empfiehlt.
Aber könnte in dieser Zeit schon Griechenland als die Weltmacht, gegen die das Volk Gottes den Kampf führt, wie in Sach. 9, 13 erscheinen? Auch die Eintracht zwischen Juda und Israel in Kap. Sach. 11 will dazu nicht stimmen; man müsste in Sach. 11, 14 nur an eine angestrebte, nicht an eine vorhandene Eintracht denken. Andererseits lässt sich Sach. 10, 2 auch aus der Zeit nach der Gefangenschaft erklären.
Ferner brauchen die, welche Kap. Sach. 9–14 dem Sacharja absprechen und Sach. 9–11 in die Zeit des Zehnstämmereichs setzen, für Sach. 12–14 noch einen dritten Verfasser; denn dieser Abschnitt setzt Sach. 12, 11 die Totenklage um den König Josia voraus, müsste also, wenn vor der Zerstörung Jerusalems verfasst, in die letzte Zeit des jüdischen Staates gehören. Und doch scheinen die beiden Abschnitte nach Inhalt und Haltung einander so gleichartig, dass die Annahme eines Verfassers für beide naheliegt.
Sodann macht eine Vergleichung der Weissagungen Jeremias und Hesekiels aus der letzten Zeit des jüdischen Staates es nicht wahrscheinlich, dass ein anderer Prophet so von Jerusalem geredet haben sollte, wie dies in unserem Abschnitt geschieht, denn von dem bestimmten Zeugnis des Jeremia und Hesekiel, dass vor allem Jerusalem zerstört und das Volk in die Gefangenschaft geführt werden muss, finden wir in Sach. 12–14 nichts. Zu Jeremias Zeit ergangen, hätten diese Reden eine ähnliche Wirkung haben können, wie die der falschen Propheten, welche Jeremia und Hesekiel, ja der Verfasser unseres Abschnittes Sach. 13, 2ff selber bekämpft. Demnach ist die Ansicht von der Echtheit der sechs, insbesondere der drei letzten Kapitel noch in gutem Recht und wird es vor allem die Aufgabe sein, sie zunächst einmal von der Voraussetzung ihrer Echtheit aus verstehen zu suchen. — Das Buch des Sacharja bietet viele Schwierigkeiten, aber sein bedeutender messianischer beziehungsweise endgeschichtlicher Inhalt auch viele Aufforderung, in den Sinn dieser Weissagungen einzudringen. Über einzelne der wichtigsten Stellen vergleiche den Art. Messias und Zemach.
Th. Öhler.
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