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Sem, einer der drei Söhne Noahs, und zwar nach 1Mos. 10, 21 (wo richtiger zu übersetzen ist „der ältere Bruder Japhets“) der älteste, wie er denn auch immer zuerst genannt wird, 1Mos. 5, 32; 1Mos. 6, 10; 1Mos. 7, 13; 1Mos. 9, 18; 1Mos. 10, 1, und in der Völkertafel nur als der Stammvater des wichtigsten Teils der Menschheit an den Schluss gestellt ist, 1Mos. 10, 21ff. In der Geschichte von Kanaans Frevel 1Mos. 9, 20ff. heißen die drei Söhne Noahs Sem, Japhet, Kanaan.
Neuere Gelehrte sind geneigt anzunehmen, dass in dieser einer alten Quelle (J) angehörigen Erzählung die drei Söhne nicht als die Ahnherrn großer Völkergruppen (wie in der Völkertafel 1Mos. 10), sondern einzelner bestimmter Völker auftreten: neben den um ihrer Schamlosigkeit willen geknechteten Kanaanitern soll der Name Sem (= Ruhm, Ansehen) das „Herrenvolk“ Israel und der Name Japhet die mit Israel meist befreundeten (vergleiche Hiram) Phönizier bedeuten. Aber diese Deutung ist durchaus nicht einwandfrei. Wenn man auch versteht, dass Jahveh um Israels willen der Gott Sems heißt, so ist doch die Erklärung des Namens Sem durchaus nicht einleuchtend. Und vollends die Deutung Japhets von den Phöniziern ist nicht überzeugend; wiefern die Phönizier in den Zelten Sems wohnten (V. 1Mos. 10, 27), ist namentlich bei dieser Erklärung unverständlich; dass sich dieser Satz auf die Abtretung des Landes Kabul an Hiram beziehe (1Kön. 9, 13), ist doch ganz unwahrscheinlich. — 1Mos. 10 erscheint Sem neben Japhet und Ham als Stammvater einer der drei großen Völkergruppen, als Vater von Elam, Assur, Arphachsad, Lud und Aram. Es fällt dabei auf, dass Elam und Lud als Semiten erscheinen. Doch vergleiche d. Art. Völkertafel. — Nicht der Völkertafel entspricht der Sinn, in welchem man seit einem Jahrhundert die Völker, deren Sprachen dem Hebräischen verwandt sind, als den semitischen Zweig der kaukasischen Rasse dem arischen oder indo-europäischen entgegenstellt, indem man zu dieser Familie außer Assyrern und Babyloniern, Aramäern, Arabern, Hebräern auch die Phönizier ihrer nah verwandten Sprache wegen rechnet.
J. Frohnmeyer.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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