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Schuld, schuldig.
1) Von Geldschulden 5Mos. 24, 10; Spr. 22, 26; Matth. 18, 27ff; Luk. 7, 41; Luk. 16, 5. Luk. 16, 7; Philem. 18. Bildlich heißt eine versäumte Pflicht eine Schuld, sowohl Menschen als Gott gegenüber, Matth. 6, 12; Luk. 11, 4, ein Sprachgebrauch, der, obwohl er dem Sinn nach auf dasselbe hinauskommt, nicht zu verwechseln ist mit Schuld in der Bedeutung von 2).
— 2) Von einer gerichtlich festgestellten Schuld = Urheberschaft eines Verbrechens, Mark. 15, 26; Joh. 18, 38; Joh. 19, 4. Joh. 19, 6, Einer Sache schuldig sein heißt in diesem Sinn: die Verantwortlichkeit dafür auf sich haben, 3Mos. 5, 1; 3Mos. 17, 16; 4Mos. 15, 31. — 3Mos. 17, 4; 4Mos. 35, 27 „des Blutes schuldig“ ist = der Vergießung desselben schuldig, 1Kor. 11, 27: „schuldig am Leib und Blut des Herrn“ ist = schuldig an der Entweihung desselben. Weil aber die festgestellte Schuld die Strafe nach sich zieht, so ist schuldig ferner = strafwürdig, einer Strafe verfallen, (Mark. 3, 29; Matth. 5, 21f).
In beiderlei Sinn wird das Wort nun auch gebraucht mit Beziehung auf das Urteil und die Strafe des göttlichen Gerichts über die menschlichen Sünden. Der Mensch soll seine Schuld, d. h. seine Verantwortlichkeit und Strafwürdigkeit Gott gegenüber erkennen (Hos. 5, 15), und zwar in ihrer ganzen Größe (Esr. 9, 7). Denn Gott kennt sie wohl (Psa. 69, 6). Und die ganze Schrift geht darauf aus, den Beweis zu liefern, dass alle Welt Gott gegenüber schuldig ist (Röm. 3, 19). Häufig kommt es auch vor, dass eine Schuld den Übeltäter schon in diesem Leben „findet“ (Hos. 10, 2), d. h. dass die Strafe ihn ereilt. Aber man darf aus einem Unglück, das einen Menschen trifft, nicht schließen, dass er vor anderen schuldig gewesen sei (Luk. 13, 4). — Psa. 34, 22f: „die den Gerechten hassen, werden schuldig haben — alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben,“ heißt: dass jenen Gott ihre Sünden als Bosheitssünden zurechnet, diesen als Schwachheitssünden vergibt. — Weiter wird das Wort Schuld auch im gewöhnlichen Leben gebraucht, zum Beispiel Psa. 35, 11: sie zeihen mich, des ich nicht schuldig bin. Sir. 8, 6: gedenke, dass wir alle auch Schuld auf uns haben.
— 3) Von Verpflichtungen, die zu erfüllen sind, wird schuldig ebenfalls gebraucht, gleichviel, ob sie schon erfüllt sind oder nicht. Als Hauptwort dazu dient aber nicht Schuld, sondern Schuldigkeit (kommt in der Bibel nicht vor). So Matth. 23, 16. Matth. 23, 18, wer bei dem Gold am Tempel schwört, der ist schuldig, d. h. verpflichtet, seinen Eid zu halten, Luk. 17, 10. Röm. 13, 7, wogegen allerdings V. Röm. 13, 8: Seid niemand nichts schuldig, denn dass ihr einander liebet — der andere Sinn hereinspielt: Bleibt niemand nichts schuldig, denn dass ihr einander liebet; diese Schuld kann man in Wahrheit gar nie ganz abtragen, weil sie immer von neuem anwächst. Gal. 5, 3: Wer sich beschneiden lässt, ist noch das ganze Gesetz schuldig zu tun, denn er stellt sich damit selbst unter den Gesetzesbund. Dagegen bedeutet Jak. 2, 10 „so jemand das ganze Gesetz hält und sündigt an einem, der ist’s ganz schuldig“: er ist der Übertretung des ganzen Gesetzes schuldig (im Sinne von 2).
Th. Hermann.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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