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Schlüssel, schließen.
1) Das Werkzeug des Türverschlusses nach heutiger Art war im Altertum, obwohl Richt. 3, 25 genannt, so wenig als das eiserne drehbare Schloss bekannt. Die Schlösser waren von Holz, Riegelschlösser, mit einem Mechanismus, bei dem einige eiserne Stifte in den Riegel eingriffen, wenn derselbe zugeschoben wurde. Um ihn wieder herauszuheben, bediente man sich eines hölzernen Hakens (aus Ägypten ist auch ein eiserner erhalten), welcher ebenfalls eiserne Stifte hatte; das war der Schlüssel. Diese Schlösser konnten leicht geöffnet werden, daher waren Türhüter und Türhüterinnen sehr nötig.
— 2) Jes. 22, 22 wird die Ersetzung Sebnas durch den frommen Eljakim mit dem Bild der Schlüsselübergabe dargestellt. „Auf die Schulter legen“ vergleiche Jes. 9, 5. Aus dieser Stelle, der man eine geistliche typische Beziehung beimaß, geht dann 3) der bildliche Gebrauch vom Schlüssel als des Symbols einer höheren geistigen Vollmacht seines Trägers im Neuen Testament hervor. In Offb. 3, 7 ist es Christus selbst als der Erbe Davids, „der den Schlüssel Davids hat“, das heißt der von Gott eingesetzte Herr des Himmelreichs, welcher in dasselbe einzulassen oder von ihm auszuschließen die Macht hat, wie ins Reich des Todes zu verstoßen oder aus ihm zu erlösen, Offb. 1, 18. Bei Matth. 16, 19 erscheint dasselbe Bild vom Hausverwalter, vergleiche Joh. 14, 2, durch Jesus selbst auf Petrus angewendet: „ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben“; und dazu die richterliche Befugnis (vergleiche Matth. 18, 18) „was du auf Erden binden wirst und so weiter“. Dabei ist natürlich vorausgesetzt, dass diese sogenannte Schlüsselgewalt, um auch im Himmel anerkannt zu werden, nur im Geist und mit den Mitteln Christi ausgeübt werde. Übergeben ist sie Matth. 18, 18 nicht allein dem Petrus, sondern der Gemeinde; das erste Beispiel ihrer Ausübung gibt die Pfingstgeschichte. — Die äußerlich-richterliche Übung der „Schlüsselgewalt“ nach katholischer Lehre und die ausschließliche Inhaberschaft derselben durch die Hierarchie ist in der Schrift nicht begründet. vergleiche Kirchenlexikon II, 638 f. — Von den Schriftgelehrten wird Matth. 23, 13 gesagt, dass sie „das Himmelreich zuschließen“; noch deutlicher Luk. 11, 52: „wehe euch, die ihr den Schlüssel der Erkenntnis (den Leuten) weggenommen habt“, das heißt durch ihr falsches gesetzliches Wirken und Lehren haben sie die Leute unfähig gemacht, das Heil zu erkennen. — Offb. 9, 1; Offb. 20, 1 erscheinen Engel mit dem „Schlüssel zum Abgrund“, ebenfalls einem Bild ihrer Vollmacht, diese Tiefen zu öffnen und zu schließen.
Abb. 311. Ägyptischer Schlüssel.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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