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Rechtfertigen,
1) sich selbst sein Recht erweisen in Beziehung auf Behauptungen, die man aufgestellt hat (Luk. 10, 29) oder in Beziehung auf Handlungen, die man zu verantworten hat (1Mos. 44, 16); allgemeiner: sich als gerecht erweisen (Luk. 16, 15).
So auch in der Stelle Matth. 11, 19, die nach dem Grundtext zu übersetzen ist: die Weisheit wurde gerechtfertigt von ihren Kindern: das heißt die von dem törichten Geschlecht verachtete göttliche Weisheit wurde gerechtfertigt von ihren Kindern, sei es nun, dass man darunter Johannes und Jesus selbst verstehe, die durch ihr Wirken und ihr Ende sich als wahre Zeugen Gottes erweisen; sei es, dass man an ihre Jünger denke, die sich ihrem Zeugnis hingaben und so Kinder der göttlichen Weisheit und lebendige Beweise davon wurden, dass die göttliche Weisheit doch die rechten Boten gesandt hatte.
Ähnlich ist der Sinn 1Tim. 3, 16: Gott (oder Christus) ist gerechtfertigt im Geist, das heißt nach der wahrscheinlichsten Erklärung: Christus hat sein während seines Erden-Wandels verhülltes Recht auf die Gottessohnschaft durch seine Auferstehung im Geist klar erwiesen.
— 2) Rechtfertigen als Akt des Richters = einen Angeklagten für unschuldig erklären, namentlich von Gott, wenn er über einen Menschen ein Urteil spricht (2Chr. 6, 23; Matth. 12, 37; 1Kor. 4, 4). Röm. 5, 18: die Rechtfertigung des Lebens ist das freisprechende Urteil Gottes, dass wir nicht sterben müssen, sondern leben dürfen. Über die Frage der Rechtfertigung aus den Werken oder aus dem Glauben siehe Artikel Gerechtigkeit S. 223, sowie Kirchenlexikon II, 516 ff. — Röm. 6, 7: „Wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde“ ist nach dem Zusammenhang so zu erklären: wer, wie die vorangehenden Verse sagen, mit Christus gestorben ist, an den hat die Sünde kein Recht mehr, ihn in ihre Knechtschaft zu zwingen (vergleiche Röm. 8, 12: So sind wir nun Schuldner nicht dem Fleisch, dass wir nach dem Fleisch leben).
Th. Hermann.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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