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Bund, Bündnis. Im sonst üblichen Sinne findet sich das Wort gebraucht von feierlichem Vertrag zwischen Menschen und Menschen, sei es einzelnen oder ganzen Völkern, wodurch beide Teile sich zu freundschaftlichem Verhalten oder zu bestimmten Dienstleistungen gegeneinander verpflichteten, 1Mos. 26, 28; 1Mos. 31, 44 und oft. Zwischen Israeliten und Kananitern sollte kein solcher Bund geschlossen werden nach 2Mos. 23, 32; 5Mos. 7, 2f
Der Bibel eigentümlich ist aber, dass sie häufig von einem Bund Gottes mit Menschen, mit einzelnen oder seinem Volke oder seiner Gemeinde, redet. Zur Erklärung ist zu sagen, dass zunächst im Hebräischen das Wort Bund nicht notwendig zwei ebenbürtige, auf gleichem Fuße stehende Parteien voraussetzt, sondern allgemeiner eine Festsetzung, feierliche Abmachung bezeichnet, welche auch von einer Seite ausgehen kann, ohne dass die andere den Inhalt mitzubestimmen hätte. Man sehe zum Beispiel Gottes Bund mit den wilden Tieren, Hos. 2, 18 (vergleiche Hiob 5, 23), das heißt seine Bestimmung, dass sie seinem Volke nicht schaden dürfen; oder seinen Bund mit dem Tag und der Nacht, Jer. 33, 20. Jer. 33, 25, wonach sie regelmäßig sich ablösen müssen. So auch, wenn Gott mit Menschen einen Bund schließt, geht der Inhalt dieses Bundes stets von ihm allein aus, und die Einwilligung vonseiten der Menschen wird in der Regel gar nicht betont. Siehe dagegen 2Mos. 19, 8; 2Mos. 24, 3. 2Mos. 24, 7. Immerhin ist es stets eine hohe Auszeichnung der Gnade Gottes, wenn er mit Menschen einen Bund zu schließen geruht, denn er tritt dadurch zu den Betreffenden in ein näheres Verhältnis. Auch drückt sich diese Gnade regelmäßig in besonderen Verheißungen aus, welche der Herr an seinen Bund knüpft; dabei pflegt aber auch eine besondere Verpflichtung in dem Bund enthalten zu sein. Nur wer dieser nachkommt, hält den Bund und gewinnt so ein Gnadenrecht auf die damit verbundenen Verheißungen. War die Abschließung menschlicher Bündnisse mit feierlichen Opfern und Mahlzeiten verbunden, so sind beim Bund mit Gott die Bundesopfer von besonderer Bedeutung. Am größten ist die Ähnlichkeit mit menschlichen Bundesschließungen 1Mos. 15, 9ff, wo Gott Bund 17 zwischen den zerhauenen Stücken durchwandelt, wie sonst menschliche Parteien, welche damit erklären, wie diese Tiere zerhauen werden zu wollen, wenn sie das Gelobte nicht halten. Doch haben die Bundesopfer hier natürlich tiefere Bedeutung und drücken namentlich auch die Sühne aus, die sich vollziehen muss, ehe der Mensch mit Gott in Gemeinschaft treten kann.
1) Im Alten Testament finden wir einen solchen Gnadenbund Gottes ausdrücklich angegeben a) mit Noah, 1Mos. 6, 18; 1Mos. 9, 9ff, wodurch Noah im Unterschied von der übrigen Menschheit zu Gott in ein Gnadenverhältnis gesetzt wird. Inhalt des Bundes ist die Errettung vor der Flut und künftige Bewahrung zu ungestörter Ausbreitung des Geschlechts: Bundeszeichen oder -pfand der Regenbogen (1Mos. 9, 16f): Satzungen siehe 1Mos. 9, 4–6. b) mit Abraham, 1Mos. 15, 18; 1Mos. 17, 2. 1Mos. 17, 7. 1Mos. 17, 9f; siehe die Verheißungen dieses Bundes im Artikel Abraham. Symbolische Bundespflicht war hier die Beschneidung, 1Mos. 17, 10ff. Da dieser Abraham und seinen Nachkommen gegebene Bund sich auf Isaak und Jakob vererbt, beruht darauf die Erwählung des Volkes Israel, vergleiche Psa. 105, 8ff; Apg. 3, 25; Apg. 7, 8. c) mit den Kindern Israel. Nicht in persönlicher, sondern in nationaler Gestalt wurde mit diesem Volke der Gottesbund abgeschlossen am Sinai, 2Mos. 19, 5; 5Mos. 5, 2 und so weiter. Auch dieser ist im Grund ein Gnadenbund, eine huldvolle Auszeichnung dieses Volkes, zu welchem Gott in ein wechselseitiges Eigentumsverhältnis zu treten geruht, siehe 2Mos. 19, 5f Reiche Verheißungen knüpfen sich an diese Sonderstellung Israels für den Fall, dass er den Bund Gottes hält, das heißt das Gesetz beobachtet, welches der Herr seinem Volke auflegt. Besonders die zehn Worte, 2Mos. 20, 1ff, vergleiche 2Mos. 34, 28f und Kapitel 2Mos. 21–23 bilden das „Bundesbuch“, auf welches Israel nach 2Mos. 24, 7 verpflichtet worden ist. Siehe dort die Bundesschließung, das Bundesopfer Vers 2Mos. 24, 5ff, das Blut des Bundes Vers 2Mos. 24, 8, das Bundesmahl Vers 2Mos. 24, 11. Die ganze weitere Geschichte Israels ist die des Bundes, in dem das Volk mit Gott stand; das Organ, durch welches Gott dabei seine Offenbarung vermittelte und in seiner Gemeinde wohnte, ist der Engel des Bundes, Mal. 3, 1, der auch Engel des göttlichen Angesichts heißt oder Angesicht Gottes. 2Mos. 33, 15; vergleiche Jes. 63, 9; 2Mos. 23, 21. d) Durch besonderen Bund wird dem Pinehas ewiges Priestertum zugesagt, 4Mos. 25, 12. 4Mos. 25, 13. e) Ebenso ließe sich auch von Aaron, David und anderen nach biblischer Anschauung sagen, Gott habe mit ihnen einen Bund geschlossen, wie das apokryphe Buch Jesus Sirach wirklich tut, Sir. 45, 8; Sir. 47, 11. f) Da jedoch der von Gott mit Israel geschlossene Bund durch ihre treulosen Übertretungen hinfällig geworden war und das bundesbrüchige Volk nur noch Gericht von dorther zu erwarten hatte, verkündete Gott durch die Propheten, er werde nach seiner Gnade mit ihm einen neuen Bund schließen statt des am Sinai geoffenbarten, Jer. 31, 31ff; Hes. 16, 62f; Hes. 37, 26; Jes. 55, 3; Jes. 59, 21; vergleiche Hos. 2, 19f. Nach diesen Stellen wird das ein innerlicher und ewiger Bund sein, der auf beiderseitiger Liebe, auf geistiger Übereinstimmung Gottes und der Menschen beruht.
— 2) Im Neuen Testament ist dieser neue Bund offenbar geworden, der an die Stelle des mosaischen treten sollte. Wenn hier der Bund öfter „Testament“ genannt wird, Gal. 3, 15. Gal. 3, 17 und Hebr. 9, 15ff sogar notwendig so übersetzt werden muss, da Folgerungen daraus gezogen werden, dass er den Charakter eines Testaments habe, so ist zu bedenken, dass nach dem oben Gesagten das biblische Wort „Bund“ diesem Begriff von vornherein näher steht als das deutsche, indem es noch im Alten Testament eine feierliche Willensäußerung über jemanden bezeichnen kann; das neutestamentlich griechische Wort, das von Haus aus eine Erbverfügung bedeutet, entspricht also auch dem alttestamentlichen „Bund“ (Nach römischem Recht ist das Testament der Wille des in der Familie fortlebenden Vaters.) Bundesmittler ist nunmehr Christus, Hebr. 7, 22; Hebr. 8, 6, und zwar hat er durch sein Blut den Neuen Bund oder das Neue Testament ins Leben gerufen, Matth. 26, 28; Mark. 14, 24; Luk. 22, 20; 1Kor. 11, 25, welches Vergebung der Sünden enthält. Bedingung für die Zugehörigkeit zu diesem Gnadenbunde ist nicht mehr der Gehorsam gegen das Gesetz, sondern die Annahme der freien Gnade, Gal. 3, 17ff. Das neue Bundesverhältnis besteht nicht mehr durch den tötenden Buchstaben des Gesetzes, sondern durch den göttlichen Geist, der den Bundesgliedern mitgeteilt wird. Daher ist dieser neue Bund im Unterschied vom alten ein Bund der Freiheit, Gal. 4, 22ff. Bundeszeichen ist hier die Taufe. vergleiche 1Petr. 3, 21.
v. Orelli.
Abb. 76. Bücherrolle und Kapsel zur Aufbewahrung derselben.
Abb. 77. Bücherollen mit Schreibgeräte.
Abb. 78. Die Samaritanische Gesetzesrolle (Pentateuch) in Kapsel.
Abb. 111. Behälter zum Aufbewahren von Lücherrol
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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