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Apostel, griechisch apostolos, d. h. Gesandter, Sendbote, nennt die Heilige Schrift die vom Herrn selbst aus dem weiteren Jüngerkreise ausgelesenen, zu selbstständiger, der seinigen gleichartiger Wirksamkeit berufenen und ausgestatteten Männer.
Einige Male (Apg. 14, 4 und Apg. 14, 14 und Röm. 16, 7) erscheint der Name in weiterem Umfang. 2Kor. 8, 23; Phil. 2, 25 bezeichnet er Gemeinde-Abgeordnete. Hebr. 3, 1 heißt sogar Christus selbst „Apostel“ mit Bezug auf Jes. 48, 16; Jes. 61, 1.
Sonst sind es stets die 12 Jünger des Herrn, die diesen Namen als Ehrennamen tragen und denen später nach dem Ausscheiden des Judas Matthias und durch Christus selbst Paulus beigefügt wird. Die Apostel bildeten den festen Kern der ersten Jünger Christi, von ihm in der Zahl der 12 Stämme Israels, Matth. 19, 28, berufen. Sie waren wohl sämtlich Galiläer, teilweise verheiratet, Mark. 1, 29–30. Ihre Namen sind: Simon Petrus und Andreas, Jakobus der Ältere und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus der Jüngere und Judas, Simon von Kana und Judas Iskariot. Über die Doppelnamen einzelner vergleiche die besonderen Artikel (Matth. 10, 2–4; Mark. 3, 16–19; Luk. 6, 14–16; Apg. 1, 13). Es waren junge, ungelehrte Leute aus dem Volk (meistens Fischer), aber aus jenen Kreisen, in welchen noch lebendige Frömmigkeit vorherrschte, die darum auch schon Johannes dem Täufer aufrichtigen Wahrheitssinn entgegenbrachten. Einzelne derselben, wie Jakobus und Johannes, gehörten wohl zu den Verwandten Christi, Joh. 19, 25.
Innerhalb dieser Zwölfzahl erscheint als engerer Kreis der der 3 Lieblingsjünger, die bei besonders wichtigen und geheimnisvollen Erlebnissen ins Vertrauen gezogen werden: Petrus, der vor allen hervorragende Führer der ganzen Schar, Johannes, der besondere Liebling des Herrn, und Jakobus, dessen Bruder (Mark. 5, 37; Mark. 9, 2; Mark. 14, 33). Doch hat ihnen der Herr damit keinen besonderen Vorrang vor den anderen Aposteln gegeben, Matth. 18, 1; Matth. 20, 20–28; vergleiche Matth. 16, 18f, noch vor den übrigen Gläubigen, Matth. 23, 8. Sie zogen mit Jesu umher, bildeten gewissermaßen seine Familie, Matth. 10, 25, mit gemeinsamer Kasse, Joh. 12, 6. Für ihren Beruf hat sie der Heiland nicht bloß besonders unterwiesen, sondern ihnen auch die Gabe der Krankenheilung verliehen, Matth. 10, 1. Trotz ihres festen Glaubens an die Messianität Jesu fiel es ihnen doch schwer, die im Volk herrschenden Vorstellungen von der Aufrichtung eines irdischen Königreichs durch Christus abzustreifen und sich in das Leidens- und Todeslos Christi zu finden, Mark. 9, 31; Luk. 19, 11. Die Verleugnung des Petrus und der Verrat des Judas müssen auch ihnen zur beschämenden Demütigung dienen.
Erst von der Auferstehung Christi an werden sie andere Leute. Nach der Himmelfahrt des Herrn siedeln sie nach Jerusalem über, treten am Pfingstfest, mit dem Geist Gottes erfüllt, von neuem hervor und erscheinen nun erst als die rechten, geisteskräftigen, bis in den Tod getreuen Zeugen Christi, voll göttlicher Erkenntnis und gewaltiger Tatkraft. Ihre Mission beginnen sie zunächst im eigenen Volk, nach der Ermordung des Stephanus werden Petrus und Johannes nach Samarien gesandt, nachdem schon zuvor durch flüchtige Jünger – die Apostel waren in Jerusalem geblieben, Apg. 8 – dort missioniert worden war. Den Petrus treffen wir Apg. 10 in Cäsarea zum ersten Mal im Haus eines Nichtjuden, und später, Gal. 2, 11, in Antiochien.
Den Zwölfen stellte sich, von dem Herrn selbst berufen, bald der geistesgewaltige Paulus ebenbürtig zur Seite, der, sein Apostelamt auf die Erscheinung und Berufung des Herrn, wie auf seine göttliche Beglaubigung durch Wundertaten gründend, dasselbe siegreich gegen alle Gegner behauptete. Die großartigen, von ihm in der Heidenwelt errungenen Missionserfolge führten zu der Besprechung und Beschlussfassung des Apostelkonzils, Apg. 15; Gal. 2, 1–10. Zur Zeit des Apostelkonzils finden wir die Zwölf wieder in Jerusalem. Über ihr Wirken in der Heidenwelt fehlen uns sichere Nachrichten. Nur für Petrus haben wir in seinem ersten Brief hierüber wenigstens Spuren.
Das bedeutendste Denkmal der Wirksamkeit und des Geistes der Apostel bilden ihre Briefe. Aus ihnen erhellt, wie sie eben als die Urzeugen der Heilstaten Jesu ihre hervorragende Autorität in der Kirche Christi genossen und eine grundlegende Bedeutung für alle Zeiten der Kirche gewannen (Offb. 21, 14). Nach dem Hingang des Paulus trat Johannes in die Stellung eines Lehrers der Heidenchristenheit; eine Kluft zwischen dem Apostolat der Beschneidung und der Heidenkirche war somit nicht vorhanden, wenn auch die besondere Bedeutung der 12 Apostel für die 12 Stämme ihres Volkes selbst für die Zukunft bestehen sollte, Matth. 19, 28; Luk. 22, 30.
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About Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriertDas Calwer Bibellexikon ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschsprachigen Bibellexika. Laut Vorwort ist es als ein Handbuch für den nachdenkenden Bibelleser, Geistlichen oder Religionslehrer gedacht. Das Nachschlagewerk soll es dem Leser ermöglichen, ein „eben gelesenes Bibelwort als ein Glied in das ganze Gebäude seiner biblischen Anschauungs- und Gedankenwelt“ einzufügen. Der Herausgeber Paul Zeller merkt zudem an, das Werk sei „in dem einen Geist demütiger Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und herzlicher Liebe zu der heiligen Schrift“ entstanden (Vorwort 2. Aufl.). Das Calwer Bibellexikon erschien zum ersten Mal im Jahr 1884, die zweite Auflage 1893, beide erfreuten sich großer Nachfrage. Die hier verfügbare dritte Auflage (1912) ist das Ergebnis einer umfassenderen Umarbeitung und teils auch Verkürzung. Der Herausgeber und die Mitwirkenden stammten zumeist aus der Württembergischen Landeskirche und der Schweiz. Bekannt war es auch unter dem alternativen Titel „Biblisches Handwörterbuch, illustriert“. |
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